Heinz Weißflog zur Ausstellung -am anderen ort- | 2011
am anderen ort, so der Titel der Ausstellung, weilte P.R. oft auf Reisen, am Mittelmeer oder in Arabien, jüngst im Jemen. Zusammen mit ihrem Ehemann erkundet sie fremde Landschaften, andere Menschen, interessiert sich für deren Geschichte und Politik. Schließlich setzt sie Eindrücke in ihren Arbeiten um, besonders in den abstrakt informellen Landschaften, beeinflusst von den Wüstengebirgen des Jemen, durch das sie tagelang wanderten… Der „andere Ort“, das ist aber auch das „Orplid“, von dem E. Möricke begeistert sprach, der unantastbare Ort des selbst, Ziel der Sehnsucht, ein „abwesend sein“ für die anderen und ein Sein bei sich, das in den Tiefen des eigenen Ichs versunken ist. Das bedeutet: eine Absence von der äußeren Welt und die Ankunft im Gegenwärtigen, die sich im Augenblick der Arbeit dem Inneren zukehrt und Erfüllung findet…
Petra Resch frönt ihrer Leidenschaft und Liebe zur Kunstgeschichte, auf die sie mit einer eigenen künstlerischen Sprache antwortet. Die Serie „Bilder zu Bildern“ besteht aus Collagen mit farbigen Papieren, Bildausschnitten von Gemäldereproduktionen, Fotografien, sowie eigener Malerei… Hier mischen sich Ernsthaftigkeit, Respekt und Humor wie auch im Naturell der Malerin…. Manchmal rahmt sie auch einfach nur ihr interessant erscheinende Fundstücke aus Archiven zusammen mit ausgedienten Karteikarten und Kunstreproduktionen…zu einem dritten Neuem…P.R. hat inzwischen 4 Gedichtbände verfasst, in denen… Vergänglichkeit und Schicksal, Trauer und ein intelligenter Witz das Absurden schwingen in den Zeilen ebenso wie eine irrationale Suche nach Erlösung…Ihr Herz hängt an der verantwortungsvollen Lehrtätigkeit und am Malen, für P.R. eine wichtige Einheit der Gegensätze, die sich gegenseitig bedingen und befruchten. Jede Kunstlehre liefe ohne eine eigene Praxis ins Leere…
Text: Heinz Weißflog